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Hans Anders nimmt die Brille Ray-Ban Meta wegen Datenschutz aus dem Verkauf

Hans Anders hat am 2. Oktober den Verkauf der Brille Ray-Ban Meta in den Niederlanden und Belgien gestoppt, einen Tag nach Wehkamp. In den Niederlanden wächst der Druck auf Kamerabrillen.

Von Tech AI Wire Team

3 Min. Lesezeit

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A Hans Anders opticians store on a shopping street in Deventer, the Netherlands, with its red-and-white sign above the entrance and eyeglass displays in the lit windows.
Foto: Donald Trung Quoc Don / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Zahlen

stores run by Hans Anders owner Nexeye in five countries
776
Hans Anders stores in Belgium, per VRT
~140
Consumentenbond's deadline for Meta
Oct. 13

Die niederländische Optikerkette Hans Anders hat am 2. Oktober 2026 den Verkauf der smarten Brille Ray-Ban Meta gestoppt. Die Kette verwies auf die öffentliche und politische Debatte über Kamerabrillen. Sie ist der zweite niederländische Händler, der die Brillen innerhalb von zwei Tagen aus dem Angebot nimmt. Für Meta wird aus einem Streit um den Datenschutz damit verlorene Regalfläche, und zwar in zwei Ländern zugleich.

Die Ray-Ban Meta sieht aus wie eine gewöhnliche Brille. Sie hat eine eingebaute Kamera, die Fotos und Videos aufnimmt, dazu Metas KI-Assistenten.

Was Hans Anders getan hat

Der Stopp gilt für die Filialen und den Onlineshop, berichtet GadgetGear. Die Produktseite ist aus dem belgischen Webshop verschwunden, berichtet der belgische Sender VRT. VRT zählt in Belgien rund 140 Filialen von Hans Anders.

Hans Anders gehört zu Nexeye, das laut dem Reuters-Bericht 776 Filialen in fünf Ländern betreibt. Die Brillen wurden nur in den Niederlanden und Belgien verkauft.

Die Kette verwies auf die "anhaltende öffentliche und politische Debatte um smarte Brillen", berichtet Reuters. Sie nannte außerdem Fragen zu "den Bedingungen, unter denen diese Technologie genutzt werden kann". Der niederländische Sender NOS schreibt, der Stopp sei vorübergehend und gelte, bis diese Debatte geklärt ist. VRT beschreibt ihn als unbefristet.

Wehkamp machte den Anfang

Wehkamp, ein niederländischer Onlinehändler, hatte die Brillen am Donnerstag entfernt, einen Tag zuvor. "Privatsphäre und die Sicherheit der Verbraucher stehen immer an erster Stelle", erklärte das Unternehmen, übersetzt aus dem Bericht von GadgetGear.

Nicht jeder Händler ist gefolgt. Der Onlineshop Bol verkauft sie weiterhin, hat eine Auslistung aber nicht ausgeschlossen, berichtet GadgetGear. In Belgien führen Bol, Pearle und A.S. Adventure sie laut VRT weiterhin.

Warum der Druck wächst

In den Niederlanden haben sich in den vergangenen Wochen drei Dinge summiert.

Erstens warnte die niederländische Datenschutzbehörde, die Autoriteit Persoonsgegevens, im September, dass Videos von identifizierbaren Personen in der Regel nicht ohne Einwilligung oder eine andere Rechtsgrundlage geteilt werden dürfen. Das ist schwer zu erfüllen, wenn man Fremde in der Öffentlichkeit filmt.

Zweitens hieß es in Berichten, Hunderte, womöglich Tausende Frauen und Mädchen seien heimlich mit Kamerabrillen gefilmt worden. Das Material wurde in Telegram-Gruppen und auf Websites geteilt. Aufgenommen wurde es an Stränden, in Einkaufsstraßen und in Badezimmern, berichtet The420.

Drittens hat die niederländische Verbraucherorganisation Consumentenbond die Brillen getestet. Sie stellte fest, dass die Aufnahmeleuchte bei hellem Sonnenlicht schwer zu erkennen ist, berichtet VRT, und dass ein Aufkleber sie verdecken kann. Laut GadgetGear schickte der Consumentenbond Meta am 29. September eine förmliche Aufforderung. Er gab Meta bis zum 13. Oktober Zeit, die Brillen mit dem Datenschutzrecht in Einklang zu bringen, andernfalls droht eine Klage. NOS berichtet, der Verband wolle ein vollständiges Verbot. Zudem habe das Unterhaus des niederländischen Parlaments ein Gesetz gefordert, das Kamerabrillen verbietet.

Auch Belgien bewegt sich. Vanessa Matz, die Ministerin des Landes für Digitalisierung und Datenschutz, sagte, die Brillen würfen "echte Fragen" zu Privatsphäre, Einwilligung und öffentlicher Sicherheit auf, berichtet VRT. Sie hatte das Thema im Mai beim Europäischen Datenschutzausschuss angesprochen.

Was Meta sagt

Meta verteidigt die Aufnahmeleuchte. "Jede Brille mit Kamera hat vorne ein helles Licht, das blinkt, wenn man ein Foto oder Video aufnimmt", erklärte das Unternehmen laut Reuters. Es fügte hinzu, dass sich das Licht nicht abschalten lasse und die Kamera deaktiviert werde, wenn jemand es abdeckt oder manipuliert.

Diese Aussage steht nun im Zentrum des Streits, denn die Tests des Consumentenbond stellen sie infrage. Meta und sein Brillenpartner Luxottica sehen sich zudem einer Klage in den USA gegenüber. Darin wird behauptet, menschliche Prüfer hätten aufgenommene Videos angesehen, ohne dass die Gefilmten davon wussten, berichtet Reuters.

Der Druck in den Niederlanden kommt einen Tag, nachdem der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom sein Veto gegen SB-1130 eingelegt hat, einen Gesetzentwurf, der heimliche Aufnahmen mit smarten Brillen verboten hätte.

Was das für Entwickler bedeutet

Für Teams, die Apps für Kamerabrillen entwickeln, ist das Marktrisiko gerade konkret geworden. Ein Händler kann ein Gerät aus Imagegründen auslisten, noch bevor eine Aufsichtsbehörde entscheidet. Wenn Ihr Produkt von einem einzigen Wearable abhängt, behalten Sie die Frist am 13. Oktober und jedes folgende Gerichtsverfahren im Blick.

Die Aufnahmeleuchte ist das Designdetail, an dem alles hängt. Aufsichtsbehörden und Verbraucherverbände prüfen, ob Menschen in der Nähe sie sehen können. Wenn Sie für diese Geräte entwickeln, gehen Sie davon aus, dass der Hinweis für Umstehende bei Sonnenlicht, aus der Entfernung und gegen Aufkleber geprüft wird.

Für Unternehmen geht es um die Regeln am Arbeitsplatz. Die britische Pubkette Wetherspoon hat die Brillen bereits eingeschränkt, berichtet Reuters. Büros, Schulen und Kliniken stehen vor derselben Entscheidung. Schreiben Sie die Regel für Kamera-Wearables jetzt, bevor ein Mitarbeiter oder Besucher sie für Sie auf die Probe stellt.

Quellen

  1. Per direct geen Meta-brillen meer te koop bij Hans Anders - NOS
  2. Hans Anders schort verkoop van Meta-camerabril op, ook in België - VRT NWS
  3. Wehkamp en Hans Anders stoppen met verkoop Meta-camerabril - GadgetGear
  4. Dutch eyewear chain Hans Anders halts sale of Meta glasses, citing privacy concerns - Global Banking & Finance Review (Reuters)

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