Google entfernt alle Manifest-V2-Erweiterungen aus dem Chrome Web Store
Die letzten Manifest-V2-Erweiterungen, darunter das klassische uBlock Origin, sind aus dem Chrome Web Store verschwunden. Bereits installierte Kopien laufen weiter, bekommen aber keine Updates.
4 Min. Lesezeit

Die Zahlen
- the release that deleted the last MV2 flags
- Chrome 151
- MV2 extensions Brave now self-hosts
- 4
- updates an installed MV2 extension can still get
- 0
Google hat die letzten Manifest-V2-Erweiterungen aus dem Chrome Web Store entfernt, darunter die klassische Version von uBlock Origin. Bereits installierte Erweiterungen laufen weiter, lassen sich aber nicht mehr aktualisieren oder neu installieren. Wer sich darauf verlassen hat, dass Chrome den alten Werbeblocker findet, hat diesen Weg nicht mehr.
Manifest V2 ist das ältere Regelwerk, gegen das Chrome-Erweiterungen geschrieben wurden. Manifest V3 hat es ersetzt. Die beiden Berichte zur Entfernung nennen unterschiedliche Tage: Der Beitrag der Brave-Community nennt den 1. September 2026, gBlock nennt den 31. August 2026.
Was sich tatsächlich geändert hat
Die Erweiterungen hörten nicht auf zu laufen. Sie waren nur nicht mehr verfügbar.
Laut dem Beitrag der Brave-Community bleiben Manifest-V2-Erweiterungen installiert, wenn sie unter Chrome 138 oder früher installiert wurden. Verloren geht alles danach. Sie können keine Updates mehr empfangen und sich nicht mehr aus dem Chrome Web Store neu installieren lassen. Derselbe Beitrag merkt an, dass Nutzer diese Erweiterungen im Store auch dann nicht mehr finden oder installieren können, wenn ihr Browser Manifest V2 noch unterstützt.
Für einen Werbeblocker zählt dieser Unterschied besonders. Eine Filterliste, die nie aktualisiert wird, wird jede Woche schlechter, weil sich die gefilterten Seiten ständig ändern.
Der Weg dorthin, Version für Version
Das war eine lange Entfernung, keine plötzliche. gBlock legt die Abfolge dar.
| Datum | Chrome-Version | Was sich änderte |
|---|---|---|
| 24. Juli 2025 | 138 | Die Option, Manifest-V2-Erweiterungen wieder zu aktivieren, verschwindet |
| 30. Juni 2026 | 150 | Das Flag kExtensionManifestV2Disabled wird entfernt |
| 28. Juli 2026 | 151 | Die letzten Alt-Flags fallen, darunter AllowLegacyMV2Extensions |
| 31. August oder 1. September 2026 | - | Die verbliebenen MV2-Erweiterungen verlassen den Chrome Web Store |
Android Authority berichtete im Juni 2026 über den mittleren Schritt. Demnach war das Flag "Allow legacy extension manifest versions" aus dem stabilen Chrome verschwunden. Damit endeten die Umwege, mit denen sich die alten Erweiterungen installierbar halten ließen.
Googles Begründung ist ebenfalls dokumentiert. Android Authority führt die Entfernung der Funktion kExtensionManifestV2Disabled auf den Chrome-Entwickler Devlin Cronin zurück. Die genannten Gründe waren klar. Manifest V2 am Leben zu halten war komplex, es erzeugte technische Schulden, es brachte Sicherheitsrisiken und es verursachte mehrere Fehler.
Worauf uBlock Origin Lite verzichtet
Es gibt eine Manifest-V3-Version, und sie ist nicht dasselbe Produkt.
uBlock Origin Lite ist die Anpassung an die neuen Regeln. Laut gBlock entfallen dynamisches Filtern und eigene Filterlisten, und kosmetisches Filtern ist standardmäßig abgeschaltet. Dynamisches Filtern ist der Teil, mit dem sich Blockier-Entscheidungen noch während des Seitenaufbaus treffen lassen. Kosmetisches Filtern blendet Seitenelemente aus, statt Anfragen zu blockieren.
Die Grenze steckt in der Schnittstelle selbst. Die alte webRequest-API ließ eine Erweiterung den Netzwerkverkehr prüfen und verändern, während er lief. Manifest V3 ersetzt sie durch declarativeNetRequest. Dort meldet eine Erweiterung statische Regeln im Voraus an, und der Browser wendet sie an. Laut gBlock können diese Regeln nicht vom Kontext der obersten Ebene abhängen. Eine Regel kann sich also nicht ohne Weiteres danach richten, welche Seite gerade wirklich besucht wird.
Wo es die klassische Version noch gibt
Nicht alle Browser sind gefolgt. Der Beitrag der Brave-Community nennt vier Manifest-V2-Erweiterungen, die Brave auf eigenen Servern bereitstellt: uBlock Origin, AdGuard, uMatrix und NoScript. Nutzer aktivieren sie dort statt über Googles Store.
Android Authority berichtete im Juni 2026, Firefox habe sich zur unbefristeten Unterstützung von Manifest V2 verpflichtet. Derselbe Bericht führte damals weitere Browser mit Unterstützung auf. Die Positionen der Browser haben sich seit Juni verschoben. Behandle jede Liste der Verbliebenen als Momentaufnahme, nicht als heutigen Stand.
Was das für Entwickler bedeutet
Wer eine Chrome-Erweiterung ausliefert, in der noch irgendein Teil auf Manifest V2 zielt, hat die Vertriebsfrage geklärt. Es gibt keinen Store-Eintrag mehr als Rückfallebene und kein Flag, das Firmenkunden umlegen könnten. Portieren ist der einzige Weg, installierbar zu bleiben.
Wer auf webRequest setzt, um zur Anfragezeit zu entscheiden, sollte echte Arbeit einplanen statt einer Umbenennung. Die neue API will die Regeln im Voraus. Regeln, die von der Seite der obersten Ebene abhängen, übersetzen sich am schlechtesten. Schreibe die kniffligen Fälle zuerst auf und prüfe jeden gegen die neue API, bevor du schätzt.
Eine Folge fürs Testen lohnt sich sofort. Kollegen mit altem Chrome und alter Erweiterung sind auf ihrem Stand eingefroren. Ihre Fehlerberichte beschreiben also Code, der nie mehr gepatcht werden kann. Frage nach Browser und Erweiterungsversion, bevor du Zeit in einen Bericht steckst.
Entscheide auch für dein eigenes Surfen bewusst statt aus Trägheit. Bei Chrome bleiben heißt uBlock Origin Lite mit kleinerem Funktionsumfang. Die klassische Version behalten heißt Firefox oder Braves eigene Kopien. Nichts tun heißt eine installierte Erweiterung, die still veraltet, und das ist die einzige Option ohne Vorteil.
Quellen
- Google removes all MV2 extensions from web store - Brave Community
- Chrome 151 kills Manifest V2 - uBlock Origin is done - gBlock
- Chrome users are losing their best ad-blocker - Android Authority
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