Chrome wechselt auf einen Zwei-Wochen-Rhythmus
Mit Chrome 153 beginnt ein Zwei-Wochen-Zyklus für Meilensteine, vorher vier Wochen. Chrome 149 und 150 haben laut Google allein 1.072 Sicherheitslücken behoben.
3 Min. Lesezeit

Die Zahlen
- security bugs fixed in Chrome 149 and 150
- 1,072
- vulnerabilities blocked before production in May 2026
- 20+
- the Chrome version that starts the new cadence
- 153
Chrome halbiert den Abstand zwischen seinen großen Releases. Google erklärt, es stelle um auf einen Zwei-Wochen-Rhythmus für große Chrome-Meilensteine, vorher vier Wochen, beginnend mit Chrome 153 am 8. September 2026. Als Grund nennt es, dass maschinelles Lernen Sicherheitslücken schneller findet, als ein Vier-Wochen-Zug die Korrekturen ausliefern kann.
Zwei Zahlen erklären die Entscheidung. Chrome 149 und 150 haben zusammen 1.072 Sicherheitslücken behoben. Das ist mehr als die Summe der vorherigen 23 Meilensteine.
Was sich ändert und was nicht
Die zwei Wochen gelten für große Meilensteine. Das sind die nummerierten Releases, die neue Funktionen bringen. Es ist nicht der Zeitplan für Sicherheitspatches, und dieser Unterschied geht leicht verloren.
| Bereich | Zeitplan |
|---|---|
| Große Meilensteine | Alle zwei Wochen, ab Chrome 153 |
| Sicherheitsupdates | Wöchentlich |
| Sicherheitsupdates (Pilot) | Zweimal pro Woche |
"Wir stellen gerade auf einen Zwei-Wochen-Rhythmus für große Chrome-Meilensteine um, mit wöchentlichen Sicherheitsupdates", schrieb Googles Chrome-Sicherheitsteam. Getrennt davon testet es zwei Sicherheitsreleases pro Woche.
Die Änderung gilt für Desktop, iOS und Android. TechCrunch berichtet, dass Mozilla, Microsoft Edge und Brave bereits auf denselben Zwei-Wochen-Takt umgestellt haben.
Warum die Zahl der Fehler sprang
Das Sicherheitsteam benennt die Ursache direkt. Große Sprachmodelle sind die Software hinter Chatbots, und man kann sie auf Quellcode richten, um Schwachstellen zu suchen.
"Große Sprachmodelle (LLMs) erschließen bisher unerreichte Fähigkeiten zur automatisierten Entdeckung von Schwachstellen", schrieb das Team. Das gehe weit über die Grenzen menschlicher Sicherheitsexpertise hinaus und verlange neue Ansätze, um Angreifern voraus zu bleiben.
Das wirkt in beide Richtungen, und dieser Teil verdient Aufmerksamkeit. Dieselben Werkzeuge helfen Angreifern. Googles erklärtes Ziel ist es, die N-Day-Lücke zu verkleinern. Damit ist das Fenster gemeint zwischen dem Landen einer Korrektur im öffentlichen Code und ihrer Ankunft bei den Nutzern. Chromium ist Open Source, also ist jede veröffentlichte Korrektur auch eine öffentliche Beschreibung des Fehlers, den sie behebt.
Allein im Mai 2026 hätten automatisierte Systeme mehr als 20 Schwachstellen davon abgehalten, in die Produktion zu gelangen, so Google. Eine davon war als S1+ eingestuft, der schwersten Kategorie.
Was das für Entwickler bedeutet
Ihre Annahmen zum Testen brauchen einen Blick. Wenn Ihr Releaseprozess eine Chrome-Version festschreibt oder eine Browsermatrix durchläuft, bewegt sich diese Matrix nun doppelt so oft. Eine vierteljährliche Prüfung gegen "das aktuelle Chrome" ist nicht mehr dasselbe wie im August.
Für alles, was Sie nicht alle zwei Wochen neu qualifizieren können, verweist Google auf den Chrome Extended Stable Channel, den es für Unternehmen und sensible Umgebungen empfiehlt. Dieser Kanal tauscht Aktualität der Funktionen gegen einen langsameren, planbaren Zyklus. Für regulierte Installationen ist er die richtige Vorgabe.
Offen bleiben die Fristen für Abkündigungen. Keine der Quellen sagt, ob Entfernungen und Origin Trials ihre bisherige Zählung in Meilensteinen behalten. War eine Abkündigung in Meilensteinen statt in Daten geplant, ist ihr Kalenderdatum nun näher gerückt. Prüfen Sie daher alles, worauf Sie sich verlassen und was schon zur Entfernung markiert ist. Erweiterungsentwickler hatten diesen Monat bereits eine harte Frist, nachdem Google am 1. September alle Manifest-V2-Erweiterungen aus dem Chrome Web Store entfernt hat.
Lesen Sie die 1.072 nicht als Zeichen, dass Chrome unsicherer wird. Das passiert, wenn man automatisierte Suche auf eine große Codebasis richtet, und einen Fehler zu finden ist der Schritt vor dem Beheben. Die Zahl, auf die es ankommt, ist, wie schnell Patches die Nutzer erreichen, nicht wie viele Fehler gezählt werden.
Der größere Punkt für die Webplattform: Funktionen landen künftig in kleineren Schritten und häufiger im Stable. Das begünstigt Teams, die laufend testen, und benachteiligt lange manuelle QA-Zyklen. Google steht hier auch unter Wettbewerbsdruck, denn KI-gestützte Entwicklung habe die Kosten gesenkt, überhaupt einen Browser zu bauen.
Quellen
Ähnliche Artikel

OWASP stellt neben den LLM-Top-10 2026 einen Agent Control Standard vor
OWASPs GenAI-Projekt veröffentlichte am 2. September einen Agent Control Standard und setzt Prompt Injection in den LLM-Top-10 2026 auf Platz eins. Excessive Agency steht auf Platz drei.

Google und Meta haben diese Woche beide neue Coding-Modelle veröffentlicht
Googles Gemini 3.8 Flash und Metas Muse Spark 1.3 erschienen im Abstand eines Tages, beide auf Coding und Agenten-Aufgaben ausgerichtet und als mittlere Preisklasse positioniert.

Forscher dokumentieren nahezu autonomen KI-Agenten-Angriff auf Taiwan
Die israelische Firma Dream berichtet: KI-Agenten auf Basis der Open-Source-Frameworks Hermes und OpenClaw führten einen viertägigen Angriff auf Taiwans Regierung aus und kompromittierten 85 Konten - fast ohne menschliches Zutun.