Archinstall 4.5 bringt AArch64-Bootunterstützung und RT-Kernel
Archinstall 4.5 erschien am 29. September 2026. Es richtet 64-Bit-ARM-Rechner mit GRUB oder Limine ein, bringt Echtzeit-Kernel und schaltet die TLS-Prüfung ein.
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Archinstall 4.5 ist am 29. September 2026 erschienen. Es ist der geführte Installer, den Arch Linux für die Einrichtung eines neuen Systems anbietet. Die wichtigste Änderung ist die AArch64-Unterstützung bei der Boot-Einrichtung. Das betrifft alle, die Arch auf 64-Bit-ARM-Hardware installieren. Laut den Versionshinweisen auf GitHub bringt die Version außerdem Echtzeit-Kernel und schaltet die TLS-Prüfung für die Netzwerkanfragen des Installers ein.
Arch Linux ist eine Rolling-Release-Distribution: Es gibt keine großen Versionssprünge, sondern einen stetigen Strom von Paketupdates. Eine Installation von Hand erfordert viele einzelne Schritte. Archinstall stellt stattdessen eine Reihe von Fragen und erledigt diese Arbeit dann für Sie.
AArch64-Unterstützung für GRUB und Limine
AArch64 ist die 64-Bit-Version der ARM-Prozessorarchitektur. Die Versionshinweise nennen dazu zwei Änderungen.
Erstens kann der Installer jetzt die Bootloader GRUB und Limine auf AArch64-Rechnern einrichten, die über EFI starten. Ein Bootloader ist das kleine Programm, das vor Linux läuft und es startet. EFI ist der Firmware-Standard, mit dem moderne Computer dieses Programm finden und starten.
Zweitens unterstützt er die Partitionstyp-GUID für AArch64-Root-Partitionen. Das ist eine Standard-ID, die in die Partitionstabelle geschrieben wird. Sie markiert, welche Partition das Hauptdateisystem enthält, sodass andere Werkzeuge es ohne zusätzliche Konfiguration finden.
Echtzeit-Kernel und neue Sprachen
Laut den Versionshinweisen kommen Echtzeit-Varianten (RT) des Kernels aus dem Upstream hinzu. Ein Echtzeit-Kernel ist ein Linux-Kernel, der darauf abgestimmt ist, innerhalb enger, vorhersehbarer Zeitgrenzen zu reagieren. Er passt zu Arbeiten, bei denen das Timing wichtiger ist als die reine Geschwindigkeit, etwa Audioaufnahmen oder Maschinensteuerung.
Archinstall erhält außerdem drei Übersetzungen, berichtet 9to5Linux: Norwegisch (Bokmål), Serbisch und Vietnamesisch.
Was sich unter der Haube geändert hat
Mehrere kleinere Änderungen beeinflussen, wie ein fertiges System aussieht.
| Bereich | Änderung in Archinstall 4.5 |
|---|---|
| Sicherheit | TLS-Prüfung für Netzwerkvorgänge ist eingeschaltet |
| Desktop-Profile | Hyprland, Labwc, Niri und Sway wechseln von polkit zu systemd-logind |
| Intel-Grafik | Fügt vpl-gpu-rt und libvpl für Open-Source-Treiber ab Gen12 hinzu |
| Fügt Ghostscript zu den Paketen des Druckdienstes hinzu | |
| Cockpit | Nutzt cockpit-storaged statt udisks2 |
| Konfiguration | Nutzt eine deklarative Zusammenfassung für alle Unterkonfigurationen |
Einige Punkte brauchen eine Erklärung in einfachen Worten. TLS-Prüfung bedeutet, das Zertifikat eines Servers zu prüfen, bevor man einem Download vertraut. Hyprland, Labwc, Niri und Sway sind Wayland-Compositoren, also die Programme, die Fenster auf dem Bildschirm zeichnen und anordnen. Polkit ist ein Dienst, der entscheidet, welche Programme privilegierte Aktionen ausführen dürfen. Systemd-logind ist der systemd-Dienst, der Benutzeranmeldungen verfolgt und den Zugriff auf Geräte wie Tastatur und Bildschirm vergibt. Cockpit ist ein webbasiertes Werkzeug zur Serververwaltung, und libvpl ist Intels Bibliothek zur Videoverarbeitung.
Die Version behebt auch Fehler. 9to5Linux nennt drei: WLAN-Netze mit Leerzeichen im Namen fehlten in der Suchliste, die Beschriftungen der Zusammenfassung waren uneinheitlich großgeschrieben, und das Festplattenmenü hatte einen zyklischen Import.
Wann es auf die Installationsmedien kommt
Laut 9to5Linux kommt die neue Version auf das Installationsabbild von Arch Linux vom 1. Oktober 2026. Wer ein älteres Abbild startet, kann den Installer zuerst mit pacman, dem Paketmanager von Arch, aktualisieren und ihn dann ausführen.
Was das für Entwickler bedeutet
Wenn Sie ARM64-Hardware übrig haben, testen Sie den neuen Ablauf, bevor Sie sich darauf verlassen. Dazu zählen ein Einplatinencomputer, ein ARM-Server oder eine ARM-VM. Die AArch64-Unterstützung ist neu in 4.5. Ein früher Test auf einem Rechner ohne wichtige Daten ist daher der richtige Ort, um Ecken und Kanten zu finden. Melden Sie Fehler upstream auf GitHub.
Wenn Sie Installationen mit gespeicherten Archinstall-Konfigurationsdateien automatisieren, führen Sie sie in einer virtuellen Maschine erneut aus. Tun Sie das, bevor Sie eine Pipeline aktualisieren, die den Installer auf eine Version festlegt. Der Wechsel zu einer deklarativen Zusammenfassung für jede Unterkonfiguration ist die Art von Änderung, die das Ergebnis einer geskripteten Installation verschieben kann.
Prüfen Sie Ihren Desktop, wenn Sie eines der vier Wayland-Profile nutzen. Sie setzen jetzt auf systemd-logind statt auf polkit. Wenn Ihre Skripte nach der Installation polkit voraussetzen, etwa für grafische Passwortabfragen, installieren Sie es ausdrücklich.
Achten Sie hinter einem Firmen-Proxy auf Netzwerkfehler. Ein Proxy, der verschlüsselten Verkehr prüft, setzt sein eigenes Zertifikat ein. Da die TLS-Prüfung jetzt aktiv ist, können die Downloads des Installers scheitern, wenn das Live-System diesem Zertifikat nicht vertraut. Dieselbe Prüfung verhindert, dass ein manipulierter Download durchrutscht. Reparieren Sie also das Vertrauen, nicht die Prüfung.
Quellen
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